Das Museum

Ein historisches Gebäude

Die Stadt Morges wurde im Jahr 1286 von den Grafen von Savoyen gegründet. Das Gebäude, welches heute das Forel-Museum beherbergt, wurde anfangs der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts erbaut und befindet sich in dem noch aus dem Mittelalter stammenden Stadtteil an der Grand-Rue 54.

Es ist das bemerkenswerteste Beispiel für Spätgotik in Morges. Besonders sehenswert auf Ihrem Besichtigungs-Rundgang ist die aus dem sechzehnten Jahrhundert stammende Kassettendecke im “Renaissance”-Saal. Ein wahrhaftiges Prunkstück innerhalb des an sich schon beeindruckenden Gesamtbauwerks! Die im Hof befindlichen Wandelgänge im italienischen Stil, aus der Zeit um 1670, verbinden die beiden Gebäudeteile auf romantische Art.

Nach mehreren Besitzern aus der Bürger- und Adelsklasse wird das Gebäude im Jahre 1825 zum Sitz der Gesellschaft für Milchprodukte von Morges. Durch die Änderung seiner Benützung verschlechtert sich sein Zustand zusehends.

Verschiedene Sammlungen

1918 kaufen der Graveur und Sammler Alexis Forel (1852-1922) und seine Frau Emmeline (Kunstmalerin, 1860-1957) das Haus, um dort ihre Sammlungen einzurichten. Darunter befinden sich eine herrliche Stichsammlung von grossen europäischen Meistern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sowie solche aus der 1915 gegründeten Gesellschaft des «Vieux Morges».

Das Museum

Diese Gesellschaft, die sich aus Persönlichkeiten der Stadt zusammensetzte, machte es sich zur Aufgabe, das Heimatgut zu bewahren und instand zu halten.

Damit sind, vor allem dank Spendengeldern, Zeugen des Europäischen Kulturgutes vom sechzehnten bis neunzehnten Jahrhundert erhalten geblieben: Möbelstücke, verschiedenartige Kunstgegenstände, Wandbehänge, Glaswaren und Porzellan.

Die Museumsgründung erfolgte im Zuge der Erkenntnis über den Wert der Kulturschatzerhaltung, die im neunzehnten Jahrhundert aufkam.

Seit der Eröffnung des Museums im Jahre 1920 sind die Sammlungen in der privilegierten Atmosphäre eines bewohnten Gebäudes ausgestellt. Auch nach einigen Veränderungen ist dieser Geist in der Museumsgestaltung bis heute spürbar.

René Morax

Zu den Kunstgewerbesammlungen des Museums gesellt sich eine bedeutende Schenkung alter Puppen und Spielzeuge von René Morax (1873-1963),Theaterliebhaber und Bürger von Morges. Sie ist im Dachboden des Museums ausgestellt, der eigens dafür hergerichtet wurde, sie zur Geltung zu bringen.

Im Laufe der Jahre wurde das Museum zudem durch zahlreiche Schenkungen von Privatpersonen bereichert.

Alexis Forel

Geboren in 1852 in Lully bei Morges (Kanton Waadt), beginnt Alexis Forel zuerst ein klassisches Studium, bevor er sich in Deutschland und in Paris zum Chemieingenieur ausbildet. Er übt seinen Beruf während drei Jahren in Basel aus, bevor seine Neigung zur Kunst ihn wieder nach Paris zurückführt, wo er sich für Zeichnugen und Radierungen interessiert. Nach der Heirat mit seiner Cousine Emmeline Forel, die selbst Kunstmalerin ist, unternimmt er mit ihr Reisen in die Bretagne, wo er, wie auch in Paris, 1885 viele Radierungen anfertigt. Von kränklicher Statur kann er nicht soviel zeichnen und radieren, wie er möchte. Er widmet sich der Sammlung von Radierungen und Kunstgegenständen, der Archäologie, begeistert sich für romanische Kunst und beginnt zu schreiben («Reise ins Land der romanischen Bildhauer»).

1918 kauft Alexis die alte Molkerei von Morges (Maison Blanchenay), lässt sie renovieren und schenkt sie der Société du Vieux-Morges für ihre Sammlungen.

Alexis Forel verstirbt 1922 in Morges. Das Musée du Vieux-Morges ändert 1943 seinen Namen und wird das Musée Alexis Forel.

Stammbaum (pdf)